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Dienstag, 25. Februar 2014

Eine Debütautorin über sich und ihre ersten Schritte als Autorin wird zum Interview gebeten

(c) Stefanie Brandenburg
Vor kurzen hat sie ihr erstes Buch veröffentlicht und ich frage mich, wie ist es ihr ergangen mit ihrem ersten Werk. Ich freue mich gemeinsam mit der Debütautorin Tina Janik dieses Interview über ihre ersten Schritt als Autorin und natürlich über ihren Debütroman „Schicksalsspieler“ führen zu dürfen.

Beginnen wir mit Deiner Person. Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Als Kind bin ich leidenschaftliche Geschichtenerzählerin gewesen. Nicht notwendigerweise mit der Prämisse eine Geschichte zu erzählen. Ich habe mir gerne ausgedacht, was mir hätte passiert sein können. Manchmal hat es funktioniert und manchmal haben meine Zuhörer gelacht und gesagt: “Das glaube ich nie!” Der Schritt vom Erzählen zum Schreiben ist klein. Erst habe ich Briefe verfasst, die meine Geschichten enthielten, und dann irgendwann Romane.
Dein Debütroman „Schicksalsspieler“ ordnet sich am ehesten in das Genre Liebe/Romantik ein. Welches Genre liest Du selbst am liebsten?
Familiengeschichten sind meine Favoriten. Ich liebe Jonathan Franzen, John Irving, Ian McEwan, Philip Roth, John Updike, J.M. Coetzee, Leon de Winter, Peter Stamm, Max Frisch, Thomas Bernhard und natürlich die großartige Sibylle Berg. Meine persönliche Heldin.  
Woher nimmst Du die Ideen beziehungsweise was inspiriert Dich?

Das Leben ist meine Inspirationsquelle. Es ist nichts vor mir sicher. Ich schreibe einfach mit.
Du hast dich für einen Roman mit Thema Liebe entschieden, war es schon im Vorhinein klar, dass es dieses Genre wird?
Ich glaube gar nicht, dass ich eine klassische Liebesgeschichte geschrieben habe. Es geht viel mehr um Traum und Wirklichkeit. Ich erzähle von unseren Erwartungen an das Leben und natürlich auch an die Liebe.  
Jeder Mensch hat gewisse Ziele. War es schon immer Dein  Ziel eines Tages als Autorin Fuß zu fassen?
Vermutlich bin ich mehr der Typ, der sich treiben lässt. Es gefällt mir, Träume zu leben. Das erscheint mir irgendwie erstrebenswerter, als ein Ziel zu erreichen.
Deine ersten Schritte als Autorin waren sicher nicht einfach – mit welchen Problemen/Schwierigkeiten hattest Du  zu kämpfen?
Oh, mit meiner Ungeduld! Das ist echt eine Schwierigkeit. Dabei hatte ich es vergleichsweise leicht. Es gab mehrere Agenturen, die mich vertreten wollten und einen Verlag, der den Text rausbringen wollte. Doch mir ging trotzdem alles viel zu langsam. Ich bin wirklich schrecklich ungeduldig!
Hattest Du in Betracht gezogen, Dein Buch via Self-Publishing als E-Book anzubieten oder war es für Dich von Beginn an klar, dass es als Print Exemplar verlegt werden muss?
Es stand ja schon alles fest, bevor ich mit dem Schreiben fertig war. Aber mittlerweile habe ich mich mit Self-Publishing beschäftigt und finde es eine tolle Alternative. Vor allem meine Ungeduld ist begeistert!  
Man weiß wie schwierig es ist, als Autor sich langzeitig einen guten Ruf aufzubauen und von den Einnahmen leben zu können. Kannst Du als Debütautorin, die noch neu im Geschäft ist, bereits von den Einnahmen durch den Verkauf deiner Bücher leben?
Das ist so eine Art Mischkalkulation, würde ich sagen. Ich schreibe ja viele Sachen. Essays, Erzählungen, Präsentationen, Drehbücher, Romane, Kurzgeschichten. Manche Texte werden gut bezahlt, manche schlecht und andere schlicht gar nicht. Wenn du das gut verbindest, kannst du trotzdem alles schreiben, was du willst.
Nachdem ich „Schicksalsspieler“ gelesen habe, gingen mir einige Gedanken im Kopf herum. Besonders die Namen der beiden Protagonisten, Lola und Ryo, sind eher ungewöhnlich, warum hast Du Dich für diese Namen entschieden?
Ryo ist ein japanischer Name, den ich auf meiner Reise nach Japan aufgeschnappt habe und Lola passt einfach zu Lola. Es ist genau der richtige Name für sie.  
Wie würdest Du sagen, zeichnen sich deine Protagonisten aus?
Sie sind Gegensätze. Lola ist ein warmes Rot und Ryo ein kühles Blau. Er kann sich nicht hingeben, Lola will sich in Hingebung auflösen. Sie sehnen sich nach den Fähigkeiten des anderen. Sie sind genau das, was sie jeweils nicht können. Lola kann sich nicht als sich selbst definieren und Ryo nicht als ein Teil eines Ganzen.

Warum hast Du Dir genau diese Orte ausgesucht?  Was verbindest Du mit den Schauplätzen der Geschichte? Musstest Du viel Zeit in Recherche investieren?
Berlin ist meine Heimat und das ist der Grund, warum ich Geschichten gerne in Berlin ansiedle. In Frankreich habe ich eine Zeit lang gearbeitet. Deshalb kenne ich das Land gut und so spielt es in meinen Geschichten ebenfalls oft eine Rolle. In Hong Kong bin ich einmal gewesen und habe gedacht, dass es der einzige Ort auf der Welt ist, an dem ich leben wollen würde. Es hat mir dort außerordentlich gut gefallen. Und in Japan habe ich “Schicksalsspieler” geschrieben. Ich wollte einen Roman zwischen den Kulturen schreiben und da ich seit der Schulzeit eine Brieffreundin in Japan habe, die mich bei sich aufgenommen hat und in deren Haus ich schreiben durfte, war schnell klar, dass der Roman zwischen Deutschland und Japan spielen musste. Das Haus, das in “Schicksalsspieler” auftaucht, gibt es wirklich. Auch die kleine Hafenstadt Yuya ist exakt so, wie ich sie beschreibe. Es ist der Heimatort meiner Brieffreundin Yasuyo. Deshalb musste ich nicht viel recherchieren, sondern konnte aus der Erinnerung schreiben. 
Zwar ist Sex und Erotik kein Tabuthema mehr, jedoch haben immer noch einige Hemmungen offen über das Thema zu sprechen. Du hingegen baust immer wieder Erotikszenen, war es für Dich schwierig diese Szenen zu schreiben?
Nein, ich finde Sex gehört zum Leben dazu. Ich habe überhaupt keine Berührungsängste, wenn es um Erotik geht. Es erscheint mir nicht schwieriger, als das Beschreiben eines Waldspaziergangs.
Auch dem Meer als Verbindungsglied lässt Du immer wieder eine zentrale Rolle zukommen. Warum genau das Meer? Welche Bedeutung hat das Meer für Dich?
Das Meer hat keine Kultur. Es ist universell. Es ist nicht nur eine Verbindung zwischen den Kontinenten, nein es ist auch ein großer gemeinsamer Nenner. Das Meer ist ohne Identität. Auch wenn es mal “Indischer Ozean” oder “Japanisches Meer” heißt, habe ich doch das Gefühl, dass es niemanden gehört. Es ist immer noch eines der großen Mysterien unserer Erde. Es ist sehr archaisch. Das gefällt mir.
Außerdem schwimme ich leidenschaftlich gerne. Abzutauchen ist für mich gleichbedeutend mit Meditation. Das Meer bedeutet für mich die totale Freiheit.
Wie bereits vorher von Dir angesprochen, greifst Du die Verflechtung von Träumen und der Wirklichkeit auf. Welche Bedeutung haben Träume für Dich persönlich?
Träume sind für mich der Motor des Lebens. Alles was ich tue, habe ich mir einmal erträumt. Ich mage es, das Leben als Traum zu leben.
Für jeden Autor ist es wichtig, wie seine Leser das Gelesene auffassen. Was würdest Du Dir  wünschen, wie die Leser Dein Buch interpretieren sollen?
„Schicksalsspieler“ ist ein Plädoyer fürs Träumen ganz ohne Reue. Seine Erwartungen an das Leben an Träumen festzumachen, ist natürlich auch eine Gefahr. Ungefährlich ist es jedoch Träume als Möglichkeiten zu verstehen. Wieso muss es immer nur ein Leben geben? Es ist doch auch denkbar, viele weitere Leben in unseren Träumen zu leben. Ich wünsche mir Leser, die gerne träumen; die Wunsch und Wirklichkeit miteinander verweben. Egal ob im echten oder im erträumten Leben.  
Zu guter Letzt noch eine Frage die sicherlich viele interessiert. Hast Du bereits ein neues Projekt in Planung, vielleicht sogar eine
Fortsetzung von „Schicksalsspieler“?
Letzten Sommer bin ich mit der Transsibirischen Eisenbahn durch Russland und die Mongolei gereist. Über diese Reise werde ich natürlich schreiben. Und dann konstruiere ich gerade eine Geschichte, die auf Island spielen wird. Da plane ich diesen Spätsommer hinzureisen. An eine Fortsetzung von “Schicksalsspieler” denke ich noch nicht, auch wenn ich oft danach gefragt werde.

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Tina Janik bedanken für die Beantwortung dieser Fragen und der investierten Zeit.

Eure J.


Copyright: Das Copyright für die verwendten Bilder der Autorin unterliegt der Fotografin Stefanie Brandenburg. Das Copyright für das Cover dem Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf!

Samstag, 8. Februar 2014

Schicksalsspieler


Mein Dank geht an dieser Stelle an die Autorin Tina Jannik & den Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, die mir freundlicherweise ein Rezensionexmplar zukommen ließen. Hat mich wirklich sehr gefreut, dass Buch in meinen Briefkasten vorzufinden!


Eine Liebe, die zu Beginn hoffnungslos scheint. Eine Protagonistin die sich in Tagträume flüchtet. Ein Mann, der nicht weiß was er will.  All diese Aspekte finden sich in dieses Buch, das die Liebe zweier Personen beschreibt, die komplizierter nicht sein könnte!

Eckdaten zum Buch:

Erscheinungsdatum: 15.10.2013
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf
ISBN: 9783862652884
288 Seiten

Autor:

Tina Janik wurde 1976 in Berlin geboren. Sie studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie und arbeitete später als Dramaturgin, Producerin und Drehbuchautorin. „Schicksalsspieler“ ist ihr erster Roman.
Klappentext:

Da ist dieser Traum, den Lola immer wieder träumt. Da ist dieser blinde Fleck, der in Ryos Seele wütet. Da sind zwei Menschen, die sich lieben und doch nicht zusammenfinden. Ryo liebt Lola, ja, doch gleichermaßen fürchtet er sie. Diese Naturgewalt, diese ungestüme Energie. Lola ist das pralle Leben. Sie ist die volle Dröhnung. Zwei unmögliche Gegensätze, die sich wie wahnsinnig anziehen und gleichermaßen abstoßen. Immer wenn Lola Ryo näher kommt, flüchtet er. Wie getrieben reist er durch die Welt, während Lola fast verzweifelt. Wie nur kann sie seiner habhaft werden und ihn von der Möglichkeit einer Beziehung überzeugen?

Cover:

Auf dem Cover sind zwei Liebende die sich unter Wasser küssen zu sehen. Der Titel "Schicksalsspieler" ragt, in roter Schrift, deutlich von dem sonst blau-weißen Hintergrund hervor. Aufgrund des Coverbildes unter Wasser kann man schon erahnen, dass in diesem Buch das Wasser, oder wie hier das Meer eine bedeutende Rolle einnehmen werden. Das Cover finde ich wirklich sehr passen und auch für einen Roman mit Hauptthema Liebe sehr schön gestaltet.

Schreibstil:

Der Schreibstil ist grundsätzlich sehr angenehm (regt auch ein zum Schmunzeln an) und man kann es daher leicht und flüssig gelesen werden, dennoch stopert man ab und zu über sprachliche Hindernisse, beispeilsweise das auf einer Seite zweimal die selbe Redewendung kurz hintereinander. Dies ist keineswegs schlimm, ist mir aber ausnahmsweise aufgefallen, denn normalerweise gehen solche Dinge gerne an mir vorbei. ;)

Protagonisten:

Zum einen hätten wir hier Ryo, einen jungen Halbjapaner, der den Tod seiner Mutter nicht verkraften zu scheint und sich immer wieder in seine Kunst flüchtet. Der Künstler selbst scheint Angst haben sich zu binden und läuft daher auch von der Verantwortung weg, die eine feste Beziehung mit sich bringen würde.
Die zweite Hauptprotagonistin ist Lola,welche mit ihrer Freundin eine Berliner WG bewohnt. Lola ebenfalls Künstlerin wirkt oft etwas Naiv, was das Thema Liebe angeht und stürzt sich Halsüberkopf in diverse Techtelmächtel auch prägt sie, dass Buch immer wieder mit Sexszenen.

Positiv aufgefallen:

Besonders hervorheben möchte ich, da es in diesem Buch zu vielen örtlichen Wechseln kommt, dass ich wirklich beeindruckt war wie gut die einzelnen Ort jeweils beschrieben waren. Dies hat es mir ermöglicht mir die Umgebung sehr gut  vorstellen können.

Meinung:

So nachdem ich das Buch nach 4 Tagen beendet hatte, habe ich mir meine Gedanken darüber gemacht - ich und Liebesgeschichte - eine Beziehung die meistens scheitert, dennoch war ich positiv überrascht von Tina Janik's Werk, denn ehrlicherweise muss ich zugeben das ich Null Erwartungen hatte, eben wegen meine nicht vorhanden Affnität zu diesem Genre!
Die Charaktere sind gut herausgearbeitet und überzeugen auch mit ihrer menschlichen Handlungsweise, dass ist mir persönlich sehr wichtig, denn es gibt nichts das mich mehr stört, als hölzerne und nachvollziehbar handelnde Protagonisten. Die zuvor eben angesprochenen Sexseznen sind keinesfalls mit den von Shades of Grey zu vergleichen, da es sich um sauberen Sex handelt (sauber Sex...mhm...mir fällt gerade kein besserer Ausdruck rein). Kein Schnickschnack, keine sadistischen Gelüste einfach nur Sex und das bewerte ich durchaus positiv. Auch wird das Ende für so manchen überraschende sein - ich als Thriller/Krimileser habe mir das Ende in etwa so vorgestellt.

Nun zur Bewertung, wobei ich mir bei diesem Buch etwa schwer tue - eigentlich würde ich gerne 3,5 Sterne geben, da es für mich kein 4 Sterne Buch ist (allein schon wegen Liebesroman und so....), dennoch habe ich mich auf 4 Sterne geeinigt, da es für Fans dieses Genres ein empfehlenswertes Buch ist!


4 von 5 Sterne


Weitere Details: Die Urheberrechte für Cover und Klappentext unterliegen dem Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf