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Samstag, 2. Mai 2015

Fragen eines lesenden Arbeiters - Bertolt Brecht

Hallöchen meine Lieben!

Abseits von Rezensionen, Themen rund ums Buch und Neuerscheinungen habe ich heute wieder einmal ein Gedicht im Peto und zwar mein Lieblingsgedicht von Bertolt Brecht.

Wer war Bertolt Brecht?

Bertolt Brecht  (10. Februar 1898 in Augsburg; † 14. August 1956 in Berlin) war ein einflussreicher deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts. Seine Werke werden weltweit aufgeführt. Brecht gilt als Begründer des epischen Theaters, welches Dramatik und Epik verbindet.
Bertolt Brechts Werke werden heutzutage in drei Schaffensphasen eingeteilt - Anarchistischer Protest - der Marxistische Brecht - Regisseur

Zu seinen bekanntesten Werken zählen: Mutter Courage, Trommeln in der Nacht oder Die Dreigroschenoper

Das Gedicht:

Wer baute das siebentorige Theben?  
In den Büchern stehen die Namen von Königen.  
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?  
Und das mehrmals zerstörte Babylon,  
Wer baute es so viele Male auf ? In welchen Häusern  
Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute?  
Wohin gingen an dem Abend, wo die chinesische Mauer fertig war,  
Die Maurer? Das große Rom  
Ist voll von Triumphbögen. Über wen  
Triumphierten die Cäsaren? Hatte das vielbesungene Byzanz  
Nur Paläste für seine Bewohner? Selbst in dem sagenhaften Atlantis  
Brüllten doch in der Nacht, wo das Meer es verschlang,  
Die Ersaufenden nach ihren Sklaven.  

Der junge Alexander eroberte Indien. 
Er allein?  
Cäsar schlug die Gallier.  
Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?  
Philipp von Spanien weinte, als seine Flotte  
Untergegangen war. Weinte sonst niemand?  
Friedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer  
Siegte außer ihm?  
Jede Seite ein Sieg.  
Wer kochte den Siegesschmaus?  
Alle zehn Jahre ein großer Mann.  
Wer bezahlte die Spesen? 

So viele Berichte,  
So viele Fragen.


Was macht dieses Gedicht so besonders?

Zum einen wegen der zwei gegensätzlichen Schreibstile zwischen der ersten und der zweiten Strophe zum anderen die inhaltliche Thematik!
Ist die erste Strophe eher sachlich und auf Bauwerke bezogen und alles in allem in einem höheren und komplexeren Sprachstil geschrieben ist die zweit Strophe relativ simpel und auf wichtige Personen (Herrscher und Führer) bezogen.

Die dritte Strophe ist lediglich eine Anapher/ein Pararellismus.
Ebenso typisch ist das es kein einheitliches Reimschema gibt und das Gedicht immer wieder das Stilmittel der rhetorischen Frage aufgreift!

Für mich hat dieses Gedicht in freien Rhythmen eine ganz wichtige Kernaussage, die man auch in der heutigen Zeit so unterschreiben kann! Sind es nicht immer die kleinen Leute, die schufften, die unerwähnten die den großen im heutigen Fall Politikern zur Macht und Ruhm verhelfen?

Samstag, 13. Dezember 2014

Gedicht passend zum 3. Adventswochenende

Die zwei Wölfe



Ein alter Cherokee-Indianer sitzt mit seiner kleinen Enkelin am Lagerfeuer.
Er möchte ihr etwas über das Leben erzählen
Er sagt: "Im Leben gibt es zwei Wölfe, die miteinander kämpfen:
Der 1. ist Hass, Misstrauen, Feindschaft, Angst und Kampf.
Der 2. ist Liebe, Vertrauen, Freundschaft, Hoffnung und Friede"
Das kleine Mädchen schaut eine Zeitlang ins Feuer, dann fragt sie:
"Welcher Wolf gewinnt?"
Der alter Indianer schweigt
Nach einer Weile sagt er: "Der, den du fütterst!"


Möge es uns gelingen, wie in dieser Indianerweisheit den Geist der Liebe zu stärken.
In diesem Sinne wünsche ich euch ein besinnliches 3. Adventswochenende <3 nbsp="">


Eure Jeanne


Donnerstag, 27. März 2014

Die schlesischen Weber - Heinrich Heine

Huhu ihr Liebe
 
Heute dachte ich mir widme ich Heinrich Heine und dessen Gedicht einen Blogpost, auf Grund akuteller Ereignisse beschäftige ich mich mit Heinrichs Gedichten und mein Favourit ist das von den schlesischen Webern! Viele werden es sicherlich schon kennen.
 
Im düstern Auge keine Träne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!
 
Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöte
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt -
Wir weben, wir weben!
 
Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,            
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt
Und uns wie Hunde erschießen läßt -
Wir weben, wir weben!
 
Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt -
Wir weben, wir weben!
 
Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht -
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch -
wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!

-Heinrich Heine