Samstag, 5. Dezember 2015

[Rezension]: Sveta und der Junge aus dem Wald - Axel Saalbach/Ramona Mädl


Sveta ist ein starkes Mädchen
16 Jahre und als billige Hausmagd von ihrem Vater gehalten
In einer Kellerkammer fristet sie ihr Leben - doch Sveta will nicht mehr
Sie will raus aus ihrem "Käfig" und ergreift die Initiative
Hätte sie bloß vorher gewusst, welche Räder sie damit in Bewegung setzt!


Eckdaten zum Buch:

  • Erscheinungsdatum:31.08.2015
  • Verlag : CreateSpace Independent Publishing Platform
  • ISBN: 9781517040598
  • 288 Seiten
  • Art: Einteiler
  • Genre: Dystopie
Autor:

Axel Saalbach ist  ein viel beschäftigter Mensch. Der umtriebige Leipziger leitet einen europaweit agierenden Vertrieb für Schokolade und andere Süßwaren, ist der Kopf der bekannten deutschen Literaturplattform Leserkanone.de und diverser anderer Onlineprojekte, und er begeisterte (oder verärgerte) über viele Jahre mit unzähligen Kolumnen die deutschsprachige Kampfsport-Szene. Als ob all dies noch nicht genug wäre, hat er seine schreiberische Tätigkeit inzwischen auf ganz andere Bereiche ausgedehnt und ist unter die Romanautoren gegangen. Sein Erstlingswerk "Das Haus Komarow" wurde am im Herbst 2014 vom Latos-Verlag veröffentlicht. Saalbachs zweites Buch, das in Zusammenarbeit mit Ramona Mädel entstand und den Titel "Sveta und der Junge aus dem Wald" trägt, erschien im Sommer 2015.

Klappentext:

Die sechzehnjährige Sveta lebt mit ihren Eltern in Berlin. Nachdem ihr boshafter Vater bei seinen Dienstherren in Ungnade fällt, wird er zum Vorsteher eines kleinen Örtchens in der abgelegenen Provinz degradiert und muss die Stadt verlassen. Noch am gleichen Abend kommt es zum Zerwürfnis zwischen Svetas Eltern, woraufhin ihr Vater sofort aufbricht und Sveta gegen ihren Willen mitnimmt. Ohne zu wissen, wohin ihre Tochter verschleppt wird, bleibt die Mutter zurück. In ihrer neuen Heimat »Dunkeltann« wird Svetas Leben von Tag zu Tag trister, bis es eines Morgens zu einer Begegnung kommt, die ihr Leben verändern wird ...

Cover:

Harmlos - im Vergleich zur Geschichte ich dieses Cover unscheinbar und harmlos - ich persönlich verbinde mit diesen Cover einen ganz andere Geschichte als die eigentliche. Ich gehe sogar soweit, dass ich sagen würde ich wäre eben deshalb enttäuscht etwas anderes zu bekommen als ich es mir erwartet. Zum Glück gibt es einen Klappentext und der räumt schnell die falschen Vorstellungen aus und man weiß sofort, dass man es nicht mit einem Kinderbuch zu tun hat, sondern mit einer schockierenden Geschichte rund um die 16-jährige Sveta in einer dystopischen Welt.


Schreibstil:

Der Schreibstil hat mir gerade zum Buch sehr große Schwierigkeiten gemacht und ich kam nur sehr schwer in die Story hinein. Aber im Lauf der Story, als diese dann auch an Fahrt zu nimmt, bin ich viel besser in die Story eingetaucht und so flog ich beinahe über die Seiten. In mir das Verlangen endlich zu erfahren ob Sveta ihren Zielen näher kommt.

Mein einziger Kritikpunkt war, diese ständige "das Mädchen", dass ging mir nach einer gewissen Zeit dermaßen auf die Nerven. Ich war direkt schon froh als Sveta oder die 16-jährige stand. Natürlich weiß ich, dass nur versucht worden ist Wortwiederholungen zu vermeiden nur ich persönliche kann Formulierungen wie "der Junge", "das Mädchen" "der Knabe" im Übermaß einfach nicht ausstehen.

Meinung:

Wie gesagt habe ich mir vor allem mit dem Einstieg sehr schwer getan und auch das Cover war eigentlich nicht mein Fall, dennoch komme ich zu einem versönlichen Ende nicht nur wegen des mitreißenden Schreibstils.

Positiv hervorheben möchte ich auch noch, dass man dem Buch nicht anmerkt, dass zwei Autoren am Werk waren, denn normalerweise hat jeder gewisse Eigenheiten so kann man meistens doch gut unterscheiden, ob ein Buch von einem oder mehreren Autoren geschrieben wird. Dies ist hier nicht der Fall - Super :D

Nun noch kurz ein paar Worten zu der Protagonisten Sveta und dem Antagonisten Svetas Vater.

Sveta selbst war mir auf Anhieb sehr sympathisch sie überzeugt durch ihren Mut und ihre Willensstärke. Sie hinterfragt Ungerechtigkeit und vertraut nicht blindlings auf die Worte anderer und vor allem weiß sie sich zu helfen und ist nicht eine typische weibliche Protagonisten die weinerlich an ihrem Schicksal zerbricht  - im Gegenteil!
Leider handelt Sveta ab und zu sehr naiv und zerstört damit dieses Charakterbild, aber ich habe diese "kindliche" Naivität ihren jungen 16 Jahren zugeschrieben.

Der eindeutige Antagonist in diesem Buch ist Svetas grausamer Vater. Alkoholiker und Choleriker. Zudem ist seine Einstellung zu Frauen und Gewalt sehr fragwürdig. Ich konnte ihn nicht ausstehen und ich bin froh, dass ich keinen Menschen wie ihn im wirklichen Leben kenne!

Zu guter letzt noch kurz zur Handlung - das "Buchuniversum" an sich gefällt mir gut und daher habe ich mich gefreut, als ich entdeckt habe, dass es noch ein weiters Buch gibt, welches in diesem Universum spielt. Ansonsten finde ich die Handlung grundsätzlich toll und auch die Thematik finde ich im Ansatz gut durchdacht - die Umsetzung fand ab und zu leider jedoch etwas lasch statt - man merkt, dass hier noch viel ungenütztes Talent/Potential schlummert.

Fazit: Ein Wechselbad der Gefühle - Axel Saalbach und Ramona Mädel entführen uns in  Svetas düstere Welt voller Missgunst, Peinigungen und Intrigen. Eine Lesevergnügen trotz eines etwas holprigen Start.

Cover: 0,4 von 1 Stern
Schreibstil: 0,8 von 1 Stern
Protagonisten: 0,8 von 1 Stern
Thematik: 1,4 von 1 Stern

Gesamteindruck: 3,4 von 5 Sterne

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