Dienstag, 25. November 2014

Jeanne D'Arc Talk: Sind E-Books zu teuer bzw. zu billig?

"Firmen leben vom Gewinn ihrer unternehmerischen Tätig!"
Das ist der Grundsatz der Betriebswirtschaftlichen Lehre!

Daher ist es für uns alle klar, dass auch Verlagsgruppen an ihren Büchern Geld verdienen müssen. Dennoch frage ich ich mich in letzter Zeit wie weit darf die Profitgier gehen?
Ich bin die Letzte die sagt das man Bücher verscherbeln sollte, dennoch überraschen mich die Entwicklungen im Buchmarkt schon etwas.


Preisvergleich          Österreich         -      Deutschland      -     Differenz

Hardcover:                 20,60€                   19,99€                    0,61€
Taschenbuch:             10,30€                     9,99€                    0,31€

Das sind die handelsüblichen Preise und die finde ich auch durchaus ok!  Anders jedoch empfinde ich das bei E-Books. Die meisten E-Books werden Amazon bzw. andere Onlineplattformen vertrieben.

Überraschend hierbei finde ich es, dass E-Books hier zu wirklich sehr, sehr verschiedenen Preisen angeboten werden. Manche erscheinen mir als viel zu billig andere wiederum als maßlos überteuert. Warum gibt es hier keinen "Einheitspreis" oder eine Preisspanne?

Hier ein Beispiel zu den dubiosen E-Book Preisen:

Kategorie 1               Kategorie 2           Kategorie 3
20€ - 14,99€      -       5,00€  - 13,00€   -   0,00€ - 5,00€

Besonders häufig hierbei erscheint mir Kategorie 3. 0,99 - 1,99 warum können E-Books so billig angeboten werden? Kann der Autor, die Autorin dabei überhaupt noch was verdienen?
Mhm....ich finde dieses Preis nicht gerechtfertigt, schön es ist billig und spricht dadurch vielleicht mehr Leser an, aber trotzdem ein Buch schreiben kostet arbeit und dafür sehe ich ein Resultat von 0,99€ -1,99€ (wobei nicht alles der Autor bekommt) schon als sehr wenig an. 
Andererseits finde ich auch die neueste Entwicklung von überteuerten E-Books als problematisch.
Warum sollte ich ein E-Book für 16,00€ kaufen, wenn Printexemplare nur 4€ mehr kosten? Und diese kann ich auch ins Regal stellen?
Ist mir auch nicht ganz begreiflich?

Wenn ich so darüber nachdenke, stelle ich mir gerade selbst die Frage, wie viel wäre ich bereit für ein E-Book zu zahlen?
Vermutlich würde ich sagen liegt mein persönlicher "Idealpreis" in keiner der genannten Kategorien sondern dazwischen. Ein E-Book wäre mir ca 5€ - 8€. 8€ allerdings auch nur, wenn ich auf das Taschenbuch (welches im Schnitt 10,30€) kostet kein Jahr oder länger warten möchte.

Mich würde interessieren wie seht ihr diese Preisentwicklung im E-Bookmarkt?
Wie viel würdet ihr für eine E-Book bezahlen?

Eure Jeanne





          

Kommentare:

  1. Also es kommt ja drauf an wie das ebook erscheint. Unter einen Verlag wird es sehr sehr selten in Kategorie 3 landen. Selbst publisher dagegen eher und ich weiß von einer bekannten autorin das sie im selbst verlag mit einen 3€ ebook MEHR verdient als mit einen anderen Buch das bei einen richtigen Verlag liegt was aber 9.99 kostet.

    Ebooks haben keine lagerkosten, keine druckkosten. Das schlägt ein verlag ja alles drauf, ebenso auch wollen die gewinn machen. mancha verlagen zahlen 10-20% von Buchgewinn bei abzug aller kosten. da bleibt bei einen 10€ buch nicht viel für den Autor.
    Verlegt er es selber zb beim großen A, dazlt er nur eine kleine gebühr an die aber hat mehr ind er tasche obwohl das buch so billig erscheint.

    99ct Bücher sind doch auch meist nur kurzgeschichten oder aber von Autoren die noch keinen wirklichen Namen ind er Welt haben. jeder fängt klein an.

    Für mich ist ein selbst publiziertes ebook bis 5/6 € wert, verlags bücher kauf ich eingetlich gar nicht, den für ein paar euro mehr bekomme ich das Buch und das kann ich für den ebook preis meist weiter verkaufen.

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  2. Was Sabrina geschrieben hat, stimmt schon ganz gut, und dem schließe ich mich fast in allem an. Selfpublisher verdienen meist ca. 80 % an einem Buch. Bei 1,99 ist das eine Menge - und man verkauft ja im Idealfall nicht nur ein Buch, sondern viele :)
    Wenn ein Buch nur digital erscheint, bin ich auch bereit, bis zu 5 € auszugeben. Ich glaube, diese Hemmschwelle kommt vom "kostenlosen" Internet, und wir zögern bei höheren Kosten für Daten, die eigentlich nicht viel kosten dürfen.

    ABER: Bei Büchern gibt es ja eine Besonderheit. Zum einen unterliegt der Preis der Buchpreisbindung. Einmal festgelegt muss man für mindestens 18 Monate daran festhalten - für Verlage also eine Kalkulation über anderthalb Jahre. Man kann nicht mit dem Markt gehen, wie es die BWL auch verlagt. Wenn mehr Leute lesen, werden die Bücher nicht automatisch auf einen Schlag günstiger (Eigentlich zum Glück!).
    Und man darf nicht unterschätzen, was die Herstellung eines Buches kostet. Auch ein E-Book muss vorher bearbeitet werden, es muss auch für Reader lesbar programmiert werden etc. etc. Was an Centbeträgen (!) für den Druck pro Buch anfällt, kommt vielleicht auch bei der Digitalisierung. Und da ein Verlag quasi "nur" die Lagerkosten spart, kann das E-Book in einem vernünftigen Verlag einfach nicht viel günstiger sein.

    Ich denke, wenn der Trend weiter zu den E-Books geht, werden diese auch günstiger. Die Verlage haben das im Blick und arbeiten in die Richtung (ich hab da ein paar Sachen gehört ;) ). Und um daran mitzuwirken kaufe ich auch E-Books aus Kategorie 1 :)

    Liebe Grüße,
    Sandra

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  3. Das, was Sandra geschrieben hat, trifft den Kern so ziemlich. Selbst ein Hardcover, das für 25€ verkauft wird, kostet in der Herstellung (natürlich abhängig von der Auflage und Ausstattung) vielleicht ein bis zwei Euro. Ansonsten sind alle Herstellungskosten identisch für das E-Book, abzüglich der Lagerkosten (und Umschlaggestaltung, aber das schlägt nur minimal zu Buche), dafür aber mit Digitalisierung. Rein vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen ist ein E-Book, das 2 oder 3 Euro weniger kostet als ein gedrucktes Buch, also kein "Betrug" am Kunden, das darf man den Verlagen nicht vorwerfen, wenn sie noch etwas daran verdienen wollen. Zudem dürfen sie die digitale Version ja nicht so günstig machen, dass keiner mehr die Printversion kauft.
    Jetzt kann man sich aber als Kunde fragen, was einem so ein E-Book wert ist, und da sieht es vielleicht wieder ganz anders aus. Genau wie bei MP3s kauft man bei E-Books (meistens) nicht das Produkt, sondern die Nutzungsrechte. Sprich die meisten Anbieter verbieten das Weiterverkaufen ihrer E-Books, auch das private Kopieren etc. Ein gedrucktes Buch, damit kann ich machen, was ich will (außer natürlich, es nachdrucken lassen und verkaufen etc.). Außerdem habe ich hier etwas Greifbares in der Hand, das auch nicht davon abhängig ist, ob mein Lesegerät in 10 Jahren noch funktioniert. Und: Sobald das E-Book erst einmal hergestellt ist, hat es keinen fassbaren Wert mehr - der Verlag kann tausende davon verkaufen, er kann es irgendwann kostenlos verschenken oder einfach löschen. Ein gedrucktes Buch hingegen hat auch einen materiellen Wert, der über den bloßen Inhalt hinausgeht. Ob limitierte Erstauflage oder einfach nur Regalschmuck - man weiß einfach, dass man etwas erworben hat, das so in dieser Form einen festen Wert besitzt, egal was das Verlag in Zukunft mit dem Buch anstellt.
    Ich persönlich würde nie viel Geld für ein E-Book ausgeben. Für irgendein Buch, von dem ich eh weiß, dass ich es wohl eh nur einmal lesen würde, da kaufe ich mir vielleicht mal eine günstige E-Book-Version. Aber alles andere kommt gedruckt ins Regal, auch wenn es ein paar Euro mehr kostet. Nicht, weil E-Books Abzocke sind, sondern weil sie für mich keinen greifbaren Wert besitzen.

    Liebe Grüße,
    Patrick

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  4. Hallo,
    ich will jetzt nicht noch mal wiederholen, was hier schon alles geschrieben wurde.
    Was glaube ich noch vergessen wurde, sind die Lieferkosten. Die sind beim Printbuch ja auch nicht gerade gering auf die Masse gesehen. Die Lieferung eines E-Books kostet im Grunde ja (fast) nichts.

    Als (unbekannter) Autor, der ich (hoffentlich noch) bin, habe ich auch schon eine 99ct-Aktion gemacht und dadurch extrem profitiert. Meiner Ansicht nach hat genau das dazu geführt, dass ein Verlag auf mein Buch aufmerksam geworden ist, als es im Ranking gestiegen ist, und nun wird es nächstes Jahr neu verlegt.
    Abgesehen davon finde ich aber die Kategorie 3 noch nicht genug unterteilt. Ich habe mir schon sehr viele E-Book-Leseproben angeschaut und in der Kategorie 0,00 bis 1,99 nur sehr, sehr wenig gefunden, was mich qualitativ und vom Schreibstil angesprochen hätte - wenn es nicht gerade eine kurzzeitige Preisaktion eines teureren Buchs war.
    Das soll überhaupt nicht überheblich klingen, aber für mich wirkt ein dauerhafter Preis von unter 2,99 irgendwie wie geringe Wertschätzung des eigenen Werkes seitens des Autors. Natürlich ist die Konkurrenz riesig, aber meine bevorzugte Preiskategorien sind 2,99 - 3,99 und dann 4,99 bis 5 oder 6,99, wenn man bekannter ist.
    Was ich allerdings gar nicht mag (als Leser) ist, wenn die Preismöglichkeiten bei Buchreihen ausgenutzt werden. Ich habe neulich einen Extremfall gesehen, wo Band 1 nur 1,99 kostete, für Band 2 wurden dann aber 14,99 für das E-Book fällig. Da fühle ich mich dann veräppelt.

    Liebe Grüße
    Jannes

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  5. Wie teuer ein ebook ist, hängt ja davon ab, ob es im Verlag oder als Selfpublisher veröffentlicht wurde. SPs haben oft nicht mal Lektorat und Korrektorat und viele denken sich, dass der Inhalt ja nicht überragend sein kann, wenn kein Verlag das Buch veröffentlichen wollte. Ich weiß, dass das nicht immer die Situation ist, aber das ist eben oft der Grundgedanke der Kunden. Deshalb können sich SPs eigentlich nicht leisten, für ihr Buch mehr als 2-3€ zu verlangen, weil sonst niemand bereit ist, das Risiko einzugehen, dass ihnen das Buch nicht gefällt oder es vor Fehlern nur so wimmelt. Ich finde die Preise total okay und bin auch bereit, so viel auszugeben, wenn mich der Klappentext überzeugt und das ganze halbwegs professionell wirkt.
    Bei Verlagsbüchern liegt der Preis für das Ebook ja oft nur 2-3€ unter dem Preis für die gedruckte Ausgabe. Da sehe ich wirklich nicht ein, das Geld zu bezahlen. Das gedruckte Buch kann ich nach dem Lesen tauschen oder wieder verkaufen und so einen Teil des Gelds zurückbekommen. 15€ für etwas bezahlen, was ich einmal lese und das danach auf meinem Reader steckt? Nein danke.
    Also mein Preislimit bei Ebooks liegt normalerweise bei etwa 5€, mehr bezahle ich nur, wenn ich ein Buch unbedingt haben muss und es das nicht gedruckt gibt oder ich aus anderen Gründen nicht das Hardcover/Taschenbuch haben möchte.

    Liebe Grüße
    Jacqueline

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  6. Einen sehr schönen Blog hast du, da musste ich gleich erstmal Leser werden ;)
    Auch finde ich dieses Thema, welches du hier ansprichst sehr interessant.
    Obwohl ich mich normalerweise sehr einfach von Technik begeistern lasse, konnten mich E-Books bis jetzt noch nicht überzeugen. Vielleicht liegt es an der Haptik.
    Als ich das erste mal die Preise für E-Books gesehen habe, kamen mir die der Verlage auch sehr teuer vor.
    Wenn man sich aber einmal anguckt, was die physischen Eigenschaften kosten, merkt man, dass es doch viel weniger ist, als man vermutet und der Preis somit erstmal nachvollziehbar ist.
    Dennoch kann man meiner Meinung nach eine Lizenz nicht ganz mit einem realen Gegenstand vergleichen, da es dort doch noch ein paar Unterschiede gibt, die man theoretisch auch auf den Preis anrechnen könnte (z.B. Anzahl der Wiederverkäufe).
    Was den Preis auch unattraktiv wirken lässt, ist die eigene Mentalität. Wenn man es mal versucht, reflektiert zu betrachten, ist die Mentalität, wie viel man für digitale Inhalte zahlen würde, eine ganz andere als für physische, auch wenn dies sogar einen Mehraufwand bedeutet. Vielleicht auch deshalb kommen einem die E-Books der Kategorie so teuer vor.
    So viel wollte ich egtl. nicht schreiben, aber wenn man erstmal beginnt, ist es schwer wieder aufzuhören :D

    Liebe Grüße :)

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  7. Eine Sache fällt mir noch ein:
    Ich verstehe das Argument nicht, dass man aus Angst vor schlechtem Inhalt (z. B. nicht lektoriert) nicht mehr als 2-3 Eur für SP E-Books zahlt. Es gibt doch Leseproben, die in der Regel 10% des Inhaltes haben. Das sollte doch für eine Beurteilung der formellen Qualität reichen.
    Inhaltlich sind Verlagsbücher ja auch nicht immer das Wahre.

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  8. Hallo,
    ich finde, da hast du vollkommen recht. Mir ist diese seltsame Preispolitik auch aufgefallen. Bei Neuerscheinungen ist das ebook meist nur 1-2 Euro günstiger als das HC. Das finde ich dann echt übertrieben! Natürlich müssen Verläge/Autoren etc auch etwas an dem Buch verdienen, aber bei einem ebook fallen doch Produktionskosten/ Versandkosten etc weg. Ist mir alles ein wenig suspekt, um ehrlich zu sein.

    Liebe Grüße,
    Ebru

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