Donnerstag, 27. März 2014

Die schlesischen Weber - Heinrich Heine

Huhu ihr Liebe
 
Heute dachte ich mir widme ich Heinrich Heine und dessen Gedicht einen Blogpost, auf Grund akuteller Ereignisse beschäftige ich mich mit Heinrichs Gedichten und mein Favourit ist das von den schlesischen Webern! Viele werden es sicherlich schon kennen.
 
Im düstern Auge keine Träne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!
 
Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöte
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt -
Wir weben, wir weben!
 
Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,            
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt
Und uns wie Hunde erschießen läßt -
Wir weben, wir weben!
 
Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt -
Wir weben, wir weben!
 
Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht -
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch -
wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!

-Heinrich Heine



Kommentare:

  1. Schön, sowas mal auf einem Blog zu lesen! Daumen hoch! :)

    Liebe Grüße
    Sabine von Zuckermischwerk

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  2. Das Gedicht ist echt wunderschön :) Da muss ich Sabine recht geben, es ist wirklich schön sowas auf einem Blog zu lesen :)

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